Herkunft und Qualität

Die Grundwasseranreicherung

Das Grundwasser im Einzugsgebiet des Wasserwerks Urfeld ist mit Nitrat belastet. Die Konzentrationen übersteigen teilweise den Trinkwassergrenzwert. Da die östlichsten Brunnen des Wasserwerks im Zustrom einer Uferfiltratfahne aus dem Rhein liegen, kann trotzdem Trinkwasser gewonnen werden, das der Trinkwasserverordnung entspricht. Das Rheinwasser hat nämlich Nitratwerte um die 15 mg/l und verdünnt so das landseitige Grundwasser. Die Uferfiltratanteile an der Gesamtförderung des Wasserwerks können naturgegeben stark schwanken. Sie sind dann am größten, wenn der Rhein einen sehr hohen Wasserstand hat und folglich viel Wasser aus dem Rhein in den Grundwasserkörper einsickern kann.

Um auch in Zeiten sehr niedriger Wasserführung des Rheins das landseitige Grundwasser mit Uferfiltrat verdünnen zu können, wurden 1998 in unmittelbarer Rheinnähe ein zusätzlicher Brunnen gebaut und im Vorfeld des Wasserwerks zwei Versickerungsbrunnen eingerichtet.

In den zum Teil sehr trockenen Jahren 2000 bis 2005 veränderte sich die Grundwassersituation, so dass die Grundwasseranreicherung der neuen Situation angepasst werden musste. Hierzu wurden im Jahr 2005 die Planungen erstellt und Anfang 2006 vier neue Versickerungsbrunnen im Vorfeld des Wasserwerks gebaut. Dessen ungeachtet, bleibt eine wasserwirtschaftliche Hauptaufgabe die flächendeckende Reduzierung aller infrage kommenden Nitrateinträge in das landseitige Grundwasser. So wurden schon vor Jahren in der engeren Schutzzone um das Wasserwerk Grundstücke aufgekauft und die landwirtschaftliche Nutzung in diesen Gebieten durch Aufforstungsmaßnamen eingeschränkt. In den letzten Jahren ist eine Trendumkehr in den Nitratgehalten des Grundwassers im Einzugsgebiet feststellbar. Die Kooperation mit der Landwirtschaft im Einzugsgebiet (GLWU) trägt maßgeblich zu dieser nachhaltigen Entwicklung bei.

Natürlicher Filter schlägt technische Filtration

Unser Grundwasser ist durch meterdicke Deckschichten und lange Filterstrecken im Boden gut geschützt. Ein direkter Zugriff in den Grundwasserleiter zum Zwecke einer Verunreinigung ist nicht möglich oder würde früh genug erkannt. So ist das Wasser hygienisch einwandfrei, also frei von jeglichen krankheitserregenden Bakterien, Algen oder Keimen. Auch chemische Belastungen liegen weit unter den Grenzwerten.

Zum Vergleich sind Oberflächenwässer mit Bakterien und Algen belastet und müssen durch technische Filter und die Zugabe von Chemikalien von Keimen befreit werden. Ein Rest dieser Mittel bleibt jedoch auch im filtrierten Wasser enthalten.

Keine Plastikteilchen im Trinkwasser

Aufgrund der Untergrundpassage, die auch die rheinnahen Grundwässer durchströmen, und in der selbst kleinste Partikel wie Bakterien sicher innerhalb kurzer Strecken zurückgehalten werden, können Mikroplastikteilchen nicht in das aus den Brunnen geförderte Grundwasser des WBV gelangen.

Bei der Oberflächenwasseraufbereitung von Talsperrenwasser müssen dies die Filteranlagen unter Einsatz von Fällungs- und Flockungsmitteln gewährleisten.

Trinkwasser­aufbereitung hier und da

Bei der Aufbereitung des Trinkwassers für Wesseling und Bornheim wird, wie bei vielen Wassergewinnungen üblich, Natronlauge zugemischt, um überschüssige Kohlensäure zu neutralisieren. Dies ist zur Einhaltung der Anforderungen der Trinkwasserverordnung notwendig. Eine Zumischung von Chlor ist hingegen nicht nötig. Der WBV betreibt ein kleines Wasserwerk mit hocheffizienter, naturnaher Aufbereitung, ergänzt um eine Aktivkohlefiltration; nach einer halben Stunde ist das aus dem Untergrund geförderte Wasser beim ersten Kunden – gut und von hier!

  • Es besteht keine Gefahr durch den im Norden liegenden Kerosinsee, denn die Strömungsrichtung des Wassers zeigt, dass das Wasser in nördliche Richtung fließt, die Verunreinigungen also niemals in das Wasser gelangen können.
  • Es besteht keine Gefahr bezüglich der Bonner Mülldeponie, die seit langem geschlossen und inzwischen von oben abgedichtet ist.
  • Es besteht keine Gefahr bezüglich Pflanzenschutzmitteln, da die diesbezüglichen Werte bereits in den Grundwasseranalysen immer unterhalb der Nachweisgrenze lagen und die Aktivkohlefilter als Polizeifilter das Wasser zudem noch weitgehender reinigen.

Eine mehrstufige Aufbereitung von Talsperrenwaser sieht hingegen die Verfahrensstufen Flockung, Filtration, Restentsäuerung und Desinfektion vor. Bei der Flockung und Filtration werden mithilfe von Eisensalzen partikuläre Wasserinhaltsstoffe, Bakterien und Algen gebunden und aus dem Wasser entfernt. Die Entsäuerung erfolgt wie beim WBV durch eine Lauge, aus technischen Gründen ist es hier Kalilauge. Die Desinfektion erfolgt mithilfe von Chlordioxid, um das Wasser frei von Keimen zu halten.

Lange frisch statt langer Weg

Durch die große hygienische Reinheit des Wassers ist das Trinkwasser frisch und kalt, wenn es aus der Leitung kommt. Diese Frische hält lange vor, denn das Wasser bleibt weitestgehend unbehandelt – gut und von hier!

Der Weg des Wassers von der Wahnbachtalsperre bis nach Bornheim ist lang und bedarf einer Chlordioxidbehandlung, damit sich keine Keime bilden können.