Chronik

Chronik2018-09-03T14:32:40+02:00

Chronik

Bis zur Errichtung des Wasserwerks in Urfeld erfolgte die Wasserversorgung über zahlreiche Brunnen, die den Nachbarschaften gehörten.

1904

Die Gemeinderäte von Wesseling und Hersel beschließen den Bau eines gemeinsamen Wasserwerks in der Ortslage Urfeld

1906

1906 - Wasserturm

Von den beiden Gemeinden wird am 14. und 20. April die Wasserleitungsgesellschaft Hersel-Wesseling gegründet. Im selben Jahr wird in Urfeld ein Wasserwerk mit einem Wasserturm errichtet. Wasserleitungen werden in den Gemeinden Hersel und Wesseling verlegt.

1907

Das Wasserwerk Urfeld wird in Betrieb genommen.

1908

Buschdorf (heute zur Stadt Bonn gehörend) wird an das Versorgungsnetz angeschlossen.

1910

Die Gemeinden Urfeld und Widdig kommen hinzu.

1911

Die Rohrnetzlänge beträgt 20 km.

1917

Am 29. Oktober wird die Wasserleitungsgesellschaft Hersel-Wesseling auf Drängen der Gemeinden und des Amtes Hersel aufgelöst und das Wasserwerk
dem Amt Hersel übertragen. Die Gemeinden Keldenich, Urfeld, Widdig und Üdorf verpflichten sich dafür zu Ausgleichszahlungen an die Gründergemeinden Wesseling und Hersel.

1932

Das Amt Hersel wird aufgelöst. Die Gemeinden Wesseling und Keldenich werden mit der Gemeinde Berzdorf zum Amt Wesseling zusammengeschlossen. Die Gemeinden Hersel, Üdorf, Widdig und Urfeld werden dem Amt Waldorf zugeteilt.

1969

Die Union Rheinische Braunkohle (UK), heute Shell Deutschland Oil GmbH, tritt als Mitglied dem Wasserbeschaffungsverband Wesseling-Hersel bei. Es bestehen die folgenden Beteiligungsverhältnisse: Stadt Wesseling: 40 %, Hersel: 25 %, UK: 35 %. Urfeld wird in die Stadt Wesseling eingegliedert und die südlichen Ortsteile der Gemeinden Hersel der Stadt Bornheim zugeteilt; damit übernimmt Bornheim als Verbandsmitglied die Anteile der Gemeinde Hersel. Die UK firmiert um zu DEA. Um den Wasserturm außer Betrieb nehmen zu können, wird eine Hydrophoranlage erstellt, bestehend aus zwei  Erdbehältern mit je 100 m³ Luftpolster, um Druckschwankungen ausgleichen zu können.

1970

1970 - Hydrophoranlage

Die Hydrophoranlage wird in Betrieb genommen und der Wasserturm mit 200 m³ Inhalt stillgelegt. Die bestehende Trafostation mit Pumpensteuerung wird komplett erneuert.

1971

Die bestehenden Förderbrunnen, bestückt mit Rohrlochwellenpumpen, werden mit Unterwasser-Tauchmotorpumpen auf höhere Förderleistungen umgerüstet; ein dritter Brunnen kommt hinzu. Die Förderleistung beträgt nunmehr im Brunnen I, 1 = 150 m³/h; I, 2 = 300 m³/h; II, 1 = 200 m³/h; II, 2 = 400 m³/h und Brunnen III = 500 m³/h. Die vorhandene Desinfektionsanlage wird auf den neusten technischen Stand gebracht.

1975

Die Stadt Wesseling wird in die Stadt Köln eingemeindet. Die Stadt Köln wird vorübergehend Verbandsmitglied.

1976

Das Wasserwerk Urfeld wird um den Förderbrunnen IV erweitert (Unterwasser-Motorpumpe 400 m³/h). Die gesamte Förderleistung beträgt nun 1.600 m³/h.

1979

1906 - Wasserturm

Der gefährdete Wasserturmaufsatz wird abgebrochen. Der Turmschaft, mit Ziegelstein gemauert, bleibt stehen.

1980

Wasserbeschaffungsverband Wesseling Hersel

Erweiterung der bestehenden Wasserwerksanlage unter der Leitung von Verbandsingenieur Herrn Bauassessor Dipl.-Ing. Bernd Fokken. Eine Wasseraufbereitungsanlage, bestehend aus sechs, jeweils 40 m³ fassenden Aktivkohlefiltern, und eine Desinfektionsanlage werden für ca. 5 Mio. DM erstellt.

1980 - Abriss des Wasserturms

Der Wasserturmschaft wird abgerissen.

1992

Bau und Inbetriebnahme einer Natriumhydroxid-Dosieranlage zur pH-Wert Korrektur.

1996

Eine Kooperationsvereinbarung wird zwischen der Wasserwirtschaft und der Landwirtschaft geschlossen mit dem Ziel, die Düngung der Felder in den Wasserschutzzonen zu minimieren.

1997

Arbeitskreis Gartenbau, Landwirtschaft und Wasser e. V.

Der Arbeitskreis Gartenbau, Landwirtschaft und Wasser im Einzugsgebiet Urfeld e. V. (GLWU) nimmt die Arbeit auf.

1998

Wasserbeschaffungsverband Wesseling Hersel

Ein zusätzlicher Brunnen in Rheinnähe und zwei Versickerungsbrunnen werden zur Grundwasseranreicherung gebaut; Baukosten 2 Mio. DM.

2003

Die Trinkwasserdesinfektion wird eingestellt. In diesem extremen Trockenjahr zeigt es sich, dass im Brunnenvorfeld die Anordnung der Versickerungsbrunnen auf vier Standorte erhöht werden muss.

2004

Bau einer neuen Transportleitung vom Wasserwerk Urfeld zum Wasserwerk Eichenkamp der Stadt Bornheim.

2006

Es werden vier neue Versickerungsbrunnen für Uferfiltrat außerhalb der Schutzzone II im Zustrombereich des Grundwassers zum Wasserwerk neu errichtet. Zwei bereits existierende alte Versickerungsbrunnen werden in diesem Zusammenhang stillgelegt. Mittels der neuen Brunnen kann auch bei variablen Grundwasserströmungsrichtungen die Einmischung von Uferfiltrat im Untergrund besser gesteuert werden.

2008

Ein Auszubildender der Wasserversorgungstechnik ist neuer Mitarbeiter des WBV.

2009

Die Prozesskontrolle, Dokumentation und Bedienung des Wasserwerks wird durch die Installation eines Prozessleitsystems komplett modernisiert. Viele Funktionen des Mosaikschaltbildes entfallen; Steuerprozesse werden in eine neue speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) überführt.

2011

Der WBV erhält ein neues Wasserrecht für die Förderung von Grundwasser zur Aufbereitung zu Trinkwasser und Beregnungswasser am Standort für die nächsten 20 Jahre. Das Recht wird in gleicher Höhe, wie erneut bestätigt. Auflagen hinsichtlich Messstellen-Neubau und Qualitätsüberwachung werden erteilt.

2012

Im Wasserwerk wird zur Abfüllung der Natronlauge ein neuer Abfüllplatz erstellt. Denn die rechtlichen Rahmenbedingungen nach dem Wasserhaushaltsgesetz wurden verändert und dadurch eine Modernisierung erforderlich.

Im gleichen Jahr werden neue Messstellen im Vorfeld des Wasserwerks erstellt, die zuvor von der Bezirksregierung im Rahmen der Wasserrechtserteilung als Auflage erteilt wurden.

Nördlich des Wasserwerks, im Bereich der Industrieanlagen der Firma Shell, war zuvor ein Kerosinschaden aufgetreten, der für viele Diskussionen, auch bezüglich der Qualität des Trinkwassers, gesorgt hat. Eine Beeinflussung der Wassergewinnung am Standort des WBV wurde von den Kunden befürchtet. Aufgrund der nördlich gerichteten Grundwasserströmungen konnte relativ schnell Entwarnung gegeben werden. Eine Beeinflussung war nicht zu befürchten, dennoch wurden über mehrere Jahre hinweg immer wieder Proben des Rohwassers im Wasserwerk genommen und auf Kerosin bzw. ähnliche Schadstoffe hin untersucht.

2013

Nach einem Rohrbruch an den Druckwindkesseln im Wasserwerk werden eine umfangreiche Rohrleitungserneuerung und ein Austausch von Armaturen an diesem Anlagenteil durchgeführt, so dass die Druckwindkessel auch weiterhin als Sicherheitseinrichtung der Wasserförderung gegen Druckstöße betrieben werden können.

2014

Die Heizungsanlage im Wasserwerk wird komplett modernisiert. Zum Einsatz kommt eine Wärmepumpenanlage, die dem Rohwasserstrom die Wärme über Wärmetauschersysteme entnimmt und den Heizkörpern in den beheizten Räumen des Wasserwerks zuführt.

Im gleichen Jahr wird die Schaltanlage inklusive Messtechnik und Hausinstallation innerhalb der Brunnenstuben komplett erneuert und auf einen modernen Stand gebracht. Die zugehörigen Schaltbefehle werden in das Prozessleitsystem übernommen und das alte Mosaikschaltbild im Wasserwerk weitgehend außer Betrieb gesetzt. Des Weiteren wird mit der Sanierung des Schiebergebäudes auf dem alten Werksgelände für die Stadtwerke Wesseling ein zweiter Werksausgang als Redundanz realisiert.

2016

Im Rohrkeller der Filteranlage erfolgt durch den Austausch von drei Großarmaturen in Nachtaktionen eine Maßnahme zur wesentlichen Erhöhung der Betriebssicherheit des Wasserwerks. Denn die vorhandenen Armaturen konnten nicht mehr vollständig geschlossen werden. Instandsetzungstätigkeiten an der Filteranlage und den Dosierleitungen sind nunmehr problemlos auszuführen.

2017

In diesem Jahr beginnen die Baumaßnahmen im Bereich der L 300, die auch insbesondere die Grundstücksgrenze des alten Wasserwerksgeländes tangiert. In diesem Zusammenhang werden auch Erneuerungen hinsichtlich der Entwässerung des alten Wasserwerksgeländes, insbesondere des Meistergebäudes, realisiert.

Eine Erneuerung der vorhandenen, nicht mehr betriebssicheren Mittel- und Niederspannungsschaltanlage auf dem alten Wasserwerksgelände mit Verlagerung der technischen Einrichtung auf das neue Gelände wird 2018 erfolgreich abgeschlossen.